Archiv der Kategorie: Analytics

Content-Optimierung mit Nutzerfeedback

Die CMCX 2016 hat einen guten Eindruck davon vermittelt, wo Content Marketing in Deutschland steht. Die großen Herausforderungen bleiben die Themen Content Strategie und Operationalisierung. Aber auch beim Thema Erfolgsmessung fehlen noch passende Modelle und damit auch überzeugende Fallstudien, um Content den Stellenwert beizumessen, den er auch verdient. Die meisten Referenten führen immer noch Interaktionsmetriken (z.B. Views. Likes, Shares, etc.) ins Feld, wenn eingeschätzt werden soll, ob Content „funktioniert“.

Screenshot der Content-Marketing-Studie von Prof. Dr. Clemens Koob

Ergebnisse aus einer Studie von Prof. Dr. Clemens Koob. Danach sehen 72% der befragten Marketingverantwortlichen in deutschen Unternehmen, die Contenterfolgsmessung als Herausforderung an.

Grenzen der Datenanalyse bei der Content-Optimierung

Aus operativer Sicht ist fraglich, ob diese Metriken sinnvolle Anhaltspunkte zur Content-Optimierung liefern. Die Zahlen können uns nur Informationen über das „Wie viel“ liefern, nicht aber über das „Warum“. Als Beispiel: Aus der Webanalyse kann ich sehr gut erkennen, welche Seiten wie bei den Nutzer ankommen, z.B. auf Basis von Interaktionen mit bestimmten Elementen, Absprungraten, etc. Aber wenn es um die Frage geht, warum bestimmte Seiten so gut funktionieren und andere nicht, sind wir auf unsere Meinungen angewiesen, um passende Hypothesen für die Optimierung zu entwickeln. Weiterlesen

Contenterfolgsmessung: die Extrameile

Die Contenterfolgsmessung ist ein kompliziertes Thema. Allein was Contenterfolg bedeutet scheint oft nicht zu 100% klar. Erst vor kurzem wurde ein Modell zur Contenterfolgsmessung von welt.de vorgestellt, das offenbar großen Anklang in der Content-Community fand. Das Modell basiert im wesentlichen darauf, dass Interaktionsmetriken zueinander gewichtet werden, um so zu einer Einschätzung des Contenterfolgs zu kommen – abseits von der Klickfixierung, die auf vielen Medienseiten üblich ist. Das mag für eine Medien-Website ein guter Erfolgsindikator sein – wenn viele Leute die Inhalte lesen, liken und teilen ist das Ziel erreicht.

Aber was ist mit Unternehmen, deren Contenterfolg sich nicht nur nach der Interaktion mit den Inhalten bemisst, sondern danach, welchen Effekt die Inhalte bei den Nutzern auslösen. Greift ein solches Modell dann nicht einfach zu kurz? Weiterlesen

Raus aus der Content Marketing Tretmühle!

Disclaimer: Ich werde in diesem Artikel keine fertigen Lösungen präsentieren. Es geht mir vor allem um Denkanstöße. Wenn du also auf der Suche nach fertigen Lösungen bist, spar dir den Artikel, geh raus und genieß die Sonne!

Ein Blick auf die Themenlandschaft im Content Marketing zeigt deutlich, worauf sich viele Autoren konzentrieren: Sie diskutieren darüber, wie man Zielgruppen identifiziert, die Bedürfnisse derselben herausfindet, coole Content Ideen generiert und umsetzt. Viele Content Marketer flechten meistens noch die Analyse als Nachgedanken ein. Aber wenn wir ehrlich sind, wird die Erfolgsformel im Content Marketing oft reduziert auf „Erstelle regelmäßig eine Menge wertvolle Inhalte … warte … Erfolg!“

Wie ein Wunder ... Grafik wie aus Content Umsatz wird.

von Sidney Harris, Copyright 2007, The New Yorker

Zielsetzungen werden nur am Rande diskutiert. Ein strategischer Kardinalfehler wie bei allen Marketing-Maßnahmen. Aber sogar bei den zahlreichen taktischen Diskussionen, frage ich mich oft, ob ich in einer anderen Realität lebe, als die Mehrzahl der Content Marketing-Berater da draußen. Bestehende Einschränkungen werden zwar vordergründig anerkannt, bei der Entwicklungen von taktischen Lösungen aber wieder unterschlagen. Noch einmal kurz die größten Einschränkungen aus Sicht eines Anwenders: Weiterlesen

Content Marketing KPIs auf dem Prüfstand

Cartoon on Wishful ThinkingContent Marketing ist das Online-Marketing-Ding der Stunde. Die Gründe dafür sind vielfältig: Mehr und mehr Nutzer recherchieren online. Die herausragende Rolle, die Content mittlerweile auch bei den Suchmaschinen spielt. Der nachhaltige Wert, den man mit Inhalten für Nutzer schafft und die dadurch verbundene Kundenbindung. Und nicht zuletzt das Versprechen guter Mess- und Auswertbarkeit.

Gerade die Mess- und Auswertbarkeit ist für viele Online-Marketer mittlerweile eines der überzeugendsten Argumente Content Marketing zu betreiben. Im zahlengläubigeren Amerika, wo das Online Marketing schon länger auf die Wirkung von wertvollen Inhalten setzt, zeigt sich das ganz besonders. Dementsprechend führt eine Suche nach „content marketing kpi“ auch kaum zu deutschsprachigen Top-Treffern – zeigt aber wie gefragt das Thema bereits ist (mit rund 500.000 Suchtreffern).

Diese Auswertbarkeit hat für viele Marketing-Leute vor allem einen Nutzen: Mit Daten lassen sich positive Ergebnisse überzeugender belegen und damit auch leichter Freiräume bei Budgets, Ressourcen, etc. erkämpfen, wie Jonathon Coleman sehr schön zeigt: Weiterlesen

Eine schwierige Beziehung: Keywords und User-Intent

Suchmaschinenmarketer pflegen seit jeher eine besonders intime Beziehung zu Keywords. Schließlich stellen die Keywords die „konkretisierte Nutzerabsicht“ dar. Die Suchanfrage ist ein Fenster in die Bedürfniswelt des Nutzers. Wer seine Keyworddaten im Griff hat, der weiß, was die Nutzer wollen. So weit die Theorie.

Trotzdem war es lange so, dass im SEO die Bedürfnisse des Nutzers stark in den Hintergrund getreten sind. Eric Kubitz hat es in einem LEAD Digital-Artikel sehr gut auf den Punkt gebracht:

Gerade wir SEOs sind dafür anfällig, nach einer ausgedehnten Keyword-Recherche *irgendwelche* Seite auf diese Suchbegriffe zu optimieren um möglichst viel Traffic abzugreifen. Frei nach dem Motto: Wenn du genug Mist an die Wand wirfst, wird schon etwas dran hängen bleiben.

Keywords erfüllten nur den Zweck Trafficpotentiale zu identifizieren und zu realisieren. Ob die Inhalte dann auch zum Bedürfnis des Nutzers passten war zweitrangig. Weiterlesen

Nutzererfahrung (UX) kostengünstig und einfach einschätzen

Das Thema Nutzererfahrung ist mittlerweile nicht nur mehr eine Domäne von Designern, Usability-Experten und Informationsarchitekten. Auch bei den Suchmaschinen macht der Begriff User Experience verstärkt die Runde. Eines der letzten Beispiele brachte Matt Cutts in einem Webmaster Video. Die interessante Stelle beginnt bei 3:10 Minuten:

Nun mag man das für eine weitere Nebelkerze halten, um SEO vom Linkkauf und Blackhat-Methoden abzuhalten. Für Sitebetreiber, die ein echtes Business betreiben – und nicht nur hohe Trafficzahlen erreichen wollen – ist die Zufriedenheit der Nutzer aber ein wesentlicher Faktor. Nur so ist garantiert, dass Nutzer angebotenen Service auch gerne wieder nutzen.

Bleibt nur die Frage, wie man einschätzen kann, wie zufrieden die User auch sind. Auf die eigene Einschätzung oder – Gott bewahre – die der Geschäftsleitung ist meistens kaum Verlass. Auch will (und kann) sich kaum ein Site-Betreiber eine Untersuchung in einem Usability-Labor leisten. Viele schrecken sogar vor den Kosten des Crowd-Testing zurück. Also was soll man tun? Weiterlesen

SEO-Erfolg mit Assists richtig messen

Wenn die Messung von SEO-Erfolg doch nicht immer so verdammt kompliziert wäre! Viele machen es sich einfach und halten sich an die harten SEO-Metriken wie Sichtbarkeit im organischen Index oder mehr oder minder transparent errechnete Werte aus den SEO-Tools. Spätestens wenn aber über ein echtes Business gesprochen wird, greifen diese Werte zu kurz und es müssen andere Metriken her, um den SEO-Erfolg einschätzen zu können. In der Regel geschieht das mit Conversions (egal ob Verkäufe, Leads, Downloads) oder SEO-Umsätze.

Hinzu kommt: Das verbreitete Last-Click-Attributionsmodell (der volle Umsatz wird dem letzten Interaktionskanal zugeschlagen) greift in vielen Fällen zu kurz. Klar lohnt sich erst mal die Prüfung, ob das auf der eigenen Site auch der Fall ist. Wenn ja, dann ist gerade die Suchmaschinenoptimierung oft an der Vorbereitung von Conversionen beteiligt. Dieser Trend wird sich vor dem Hintergrund des Content-Marketing-Hypes beschleunigen. Schließlich geht es dabei darum, Nutzer frühzeitig – in der Regel in der Recherchephase – über Inhalte an die Marke heranzuführen.

Kurzum: Gerade im SEO ist es wichtig, dass man nicht nur die direkt erzielten Conversions als Maßstab für den Erfolg heranzieht, sondern vor allem auch, wie viele Conversions SEO vorbereitet hat. Weiterlesen

Attribution von Werbeerfolg – wichtig oder unwichtig?

Egal mit wem man derzeit über die Webanalyse spricht, nahezu jeder schwadroniert reflexartig darüber, wie überlegen die sogenannten Multi-Touch-Attribution gegenüber der immer noch verbreiteten Last-Click-Attribution ist. Schließlich führt die Verteilung (also Attribution) des Werbeerfolgs auf alle beteiligten Werbemittel doch zu einer weitaus sinnvolleren Einschätzung dessen, was funktioniert und was nicht. Das ist sicher richtig, aber ob sich der Aufwand die Attribution einzuführen in jedem Falle lohnt, bleibt meist undiskutiert. Gerade kleine und mittelständische Firmen sollten aber genau prüfen, ob das Thema überhaupt relevant für sie ist.

Was ist Multi-Touch Attribution?

Wenn überhaupt die Wirksamkeit von Werbemaßnahmen auf das Online-Business getrackt wird, dann meist nur so, dass der Erfolg einer Maßnahme dem letzten (Werbe-)Kontakt angerechnet wird. Dabei kann es durchaus sein, dass mehrere Werbemaßnahmen dazu beigetragen haben, dass es zu einem Abschluss kommt. Das beschränkt sich nicht nur auf Online-Maßnahmen; auch Offline-Maßnahmen können den Abschluss online beeinflussen. Denkbar ist beispielsweise folgendes Szenario aus dem B2B-Bereich: Weiterlesen

Mit (not provided) richtig umgehen

Für viele Webmaster ist das Keyword (not provided) bereits zu einem gewohnten Anblick in den Keywordberichten geworden. Kein Wunder – schließlich ist es oft das „Keyword“, das den meisten Traffic liefert. Trotzdem geben die Keyworddaten meistens noch genügend her, um damit arbeiten zu können. Das könnte sich allerdings bald ändern. Aber beginnen wir für die Einsteiger noch einmal ganz von vorne:

Kurze Geschichte des „Keywords“ (not provided)

Am 18. Oktober 2011 führte Google ein, dass eingeloggte Nutzer von http://www.google.com auf https://www.google.com weitergeleitet werden. Durch die Verschlüsselung sind in der Folge die verwendeten Keywords nicht mehr für Webmaster über Webanalyse-Tools wie Google Analytics, Omniture oder Webtrends sichtbar. Gerade für die Suchmaschinenoptimierung sind diese Keyworddaten aber enorm wichtig. Entsprechend groß war der Aufschrei in der SEO-Szene.

Ein kurzes Video mit Rand Fishkin erläutert noch einmal die technischen Hintergründe: Weiterlesen

MarketMotive Webanalyse Meister-Kurs – ein Erfahrungsbericht

In der Webanalyse ist es wie in den meisten anderen Online-Marketing-Disziplinen – es wimmelt von selbsternannten Experten. Schon mal was auf Facebook gepostet, schon ist man ein Social-Media-Experte! Kaum weiß man, was eine Meta-Description ist, zählt man zu den intimen Kennern des Google-Algorithmus. Wie kann es in der Webanalyse anders sein: Wer schon mal Google Analytics zum Laufen gebracht hat und auf Anhieb weiß, wo er die Absprungrate für eine bestimmte Seite findet, ist dem subjektiven Expertenstatus oft schon recht nahe.

Das war einer der Gründe, warum ich einen formellen Nachweis meines Wissens haben wollte. Aber natürlich wollte ich auch einen geordneten Zugang zum Thema gewinnen, um darauf systematisch mein Wissen aufzubauen. Gerade in der Webanalyse läuft man ohne ein geeignetes Framework Gefahr, vollkommen orientierungslos Zahlenkolonnen zusammen zu tragen. Dabei gerät das eigentliche Ziel der Webanalyse (Empfehlungen zur Optimierung!) oft aus dem Blick.

Klar gibt es die GAIQ (Google Analytics Individual Qualification). Aber letzten Endes ist das nur ein einführender Kurs, der die wichtigsten Implementierungfragen bei Google Analytics klärt und durch das Tool selbst führt. Das hilft ungemein das Thema auch allgemein besser einzuordnen, kratzt aber letzten Endes doch nur an der Oberfläche.

Darum habe ich mich auf die Suche nach einem ausführlicheren Ausbildungsprogramm gemacht. Zwar gibt es im deutschsprachigen Raum den einen oder anderen Anbieter für Seminare zur Webanalyse (z.B. 121Watt oder eMBIS), aber zum Einen sind das meist nur kurze Seminare, in denen man kaum praktische Übungen durchführt und zum Anderen wollte ich schon von einem der Schwergewichte der Szene lernen. Am Ende der Recherche blieben zwei englischsprachige Angebote übrig: Der Kurs “UBC Award of Achievement in Digital Analytics” der University of British Columbia oder der Kurs zum “Web Analytics Certified Master” von MarketMotive. Weiterlesen